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Marburg - Michelbach

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H 1 - Unwettereinsatz

Hilfeleistung > Unwettereinsatz
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Einsatzort Details

Marburg, Michelbach
Datum 02.05.2012
Alarmierungszeit 00:00 Uhr
Alarmierungsart Funkmeldeempfänger
eingesetzte Kräfte

Feuerwehr Marburg-Michelbach
Hilfeleistung

Einsatzbericht

Auch Michelbach vom Maiunwetter voll erwischt. Feuerwehr Michelbach und Elnhausen stundenlang im Einsatz.

 

Im Zentrum der „Superzelle“

Wohl dem, der am 2. Mai des Jahres keinen tiefer gelegenen Keller in der Nähe eines Baches hatte und der sein Auto in einer Garage parken konnte. Viele Michelbacher hatten es kommen sehen: Die akustischen Vorboten kündigten ein aus Südwesten heraneilendes Unwetter an. Der Himmel färbte sich bedrohlich grau, Blitze zuckten, Donner grollte. Sofern möglich, wurden eilig die Gartenmöbel vom sonnigen Maiwochenende verstaut, Fenster und Terrassentüren verschlossen. „Bisher ist es in Michelbach noch immer gut gegangen“ ruft mir ein vorbeieilender Nachbar mit Hund zu. Aber heute habe er ein komisches Gefühl.

 

Der Deutsche Wetterdie nst hatte bereits gewarnt: „Unwetterwarnungen für den Landkreis Marburg - Biedenkopf“ und sollte mehr als Recht behalten. Am Nachmittag zog eine Gewitterzelle über die Stadt hinweg und brachte neben Blitz und Donner auch bis zu 20l Niederschlag auf den Quadr atmeter in kürzester Zeit, sowie Hagel mit sich. Während die Hagelkörner in Michelbach noch klein ausfielen, hatten sie in der Kernstadt die Größe von Tischtennisbällen.

 

Noch bevor das Gewitter Michelbach aus seinen Klauen ließ kündigte der Sirenenalarm da von, dass wir diesmal nicht verschont worden waren. Freiwillige Feuerwehrleute eilten durch den Regen zum Gerätehaus, schon auf dem Weg dorthin ahnten sie: Das wird ein langer Tag werden. Rasch war die Einsatzbereitschaft hergestellt. Nun begannen die bang en Momente des Wartens – bei über 70 Einsätzen im Stadtgebiet waren die Kommunikationswege (Funk) stark belastet . Welche Einsatzaufträge wird die Leitstelle der Feuerwehr Michelbach übermitteln. Wen hat es wo, wie erwischt?

 

Die Leitstelle gibt den Fahrzeu gführern erste Einsatzbefehle. Alle drei Fahrzeuge, beladen mit Wassersaugern, Pumpen, Schaufeln und Besen rücken aus. All dies wäre nutzlos, ohne den wichtigsten Teil der Beladung: 17 Angehörige der Einsatzabteilung.

 

Zunächst gilt es, eindringendes Oberfl ächenwasser rasch aus einem Haus im oberen Sonnenweg zu entfernen. Je schneller, desto geringer der Schaden. Traurige Gesichter zeigen zumindest ein wenig Erleichterung beim Eintreffen der Feuerwehr. Die Einsatzkräfte verschaffen sich ein Bild und beginnen zügig und routiniert mit dem Einsatz ihrer Technik.

 

Das zweite Fahrzeug hat sich direkt auf den Weg in den unteren Teil des Dorfes gemacht. Es bietet sich ein trauriges Bild. „Am Wall“ hat sich die berüchtigte Michelbacher Erde mit den Wassermassen eine B aches verbündet und sich in eine flüssige, nicht zu stoppende Masse verwandelt, die sich schnell ihren Weg in hübsch gerichtete Gärten und tiefe Wohnungsteile gesucht hat. „Seit 15 Jahren haben wir hier keine Probleme mehr gehabt“, entgegnet ein frustriert er Michelbacher dem Einsatzleiter. „Niemanden von uns lässt das kalt und jeder hofft, dass die betroffenen Mitbürger zumindest finanziell abgesichert sind“, sagt ein Feuerwehrmann.

 

Eine weitere Einsatzstelle erweist sich nach einer Erkundung als heikel. Die Kreisstraße vom Kreisel Michelbach Nord in Richtung Sterzhausen bietet nicht mehr den gewohnten Fahrkomfort, sondern hat sich in eine SUV Teststrecke verwandelt. Die Fahrbahn ist kaum noch befahrbar, die Abflussöffnungen sind unter einer bis zu 1,5 starken Schlammschicht, die Straße selbst unter teilweise 1m hohem Wasser verschwunden. Über die Straße fließt weiterhin schlammige, glitschige Brühe. In Absprache mit der Polizei soll die Feuerwehr versuchen, den Verkehr so zu steuern, dass der abfließende Berufsverkehr der Behringwerke rasch vorankommt. „Räumgerät von außerhalb ist nicht in Aussicht, sperren sie bitte die Straße mit Einbruch der Dunkelheit komplett, Unfälle sind hier sonst zu befürchten“, erörtert eine Beamtin den Feuerwehrleuten die Lage. Da zu diesem Zeitpunkt kein Räumgerät von außen bereit steht ist allen klar: Hier wird nachbarschaftlicher Einsatz benötigt. Der Schlepper mit Schaufel aus einem nahen Bauernhof wird der Feuerwehr ohne Zögern zur Verfügung gestellt. Es gelingt endlich so viel Schlamm zu entfernen, dass der Einsatz von Wathosen möglich wird, um Gesteinsbrocken und Holzreste in erfrischender Handarbeit aus dem Ablauf entfernen zu können. Dies gelingt den Einsatzkräften nach einer Stunde. Die feine Schlammschicht macht ein Befahren dieser Stelle immer noch zu einem Risiko. Da die Fahrzeuge der Feuerwehr Michelbach mit Wassertank bereits im Einsatz sind, zeigt sich an diesem Tag noch einmal selbstverständliche nachbarschaftliche Hilfsbereitschaft.

 

 

sonstige Informationen

Einsatzbilder

 

 

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